Burnout und Schmerz - patientenfax.de

Erschöpfung macht Schmerz - warum?


Rein physikalisch besteht beim gesunden Sportler ein Gleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch. Für den regulären Ablauf ist in der Natur selbstverständlich ein Speicher mit Reserven für harte Zeiten vorgesehen.


Wie mit Nahrung und körperlicher Anstrengung besteht das Verhältnis mit Verbrauch/Zufuhr und Reserve auch für weitere Parameter. Ob Temperatur-, Wasser- oder Elektrolythaushalt; ob Zell-, Gewebe-, oder Organhaushalt, überall erkennt man dieses sinnvolle Prinzip.


Das Nervensystem hat wissenschaftlich gesehen viele Unbekannte. Es ist zwar bereits eine ganze Menge erforscht, wie genau aber die unglaubliche Anzahl von Nervenzellen wirklich genau arbeitet, weiß keiner. Man sollte sich aus der Technik des Beispiels Computer bedienen. Wie hier die Stromleiter ist die Gesamtheit der Nerven eines Sportlers verknüpft. An den Schaltstellen gibt's immer nur zwei Möglichkeiten für den Stromfluss (Nerven funktionieren auch mit schwachen elektrischen Strömen).


Entweder wird der Strom gemindert oder verstärkt. Man spricht beim Nerv von Hemmung und Bahnung. Massenhaft Nerven, die sich teils meterlang durch den Körper ziehen, sind an unzähligen Kontakten miteinander verschaltet. Im Gegensatz zu Schaltkreisen sind die Nervenzellen meist unübersichtlich wie Spaghetti im Topf gelagert und die Zahl und der Charakter der jeweiligen Schaltstellen ( I oder 0 ) sind meist unbekannt.


Die Funktionen des Irrgartens sind äußerlich meist auch für Laien gut erkennbar. Wie genau er aber funktioniert, erschließt sich nicht zuletzt deshalb nicht: Anders als ein Computer kann das Nervensystem stellenweise oder total umgepolt werden. Alle Schaltstellen reagieren irgendwie, wenn man Neurohormone (Adrenalin und deren Schwestern) dazugießt. Das heißt die Schaltstellen machen plötzlich das Gegenteil, bleiben wie sie sind und das auch noch scheinbar ganz unregelmäßig.


Das Nervenkostüm sorgt für den Schmerz.
Der Schmerz ist eine Warnung an den Geist und/oder an die Organe. Er soll meist Schaden melden und die Heilung begleiten. Hierdurch werden Schonmaßnahmen begünstigt. Was weh tut, wird nicht richtig bewegt und heilt besser. Der Finger in der Flamme wird nach nur Bruchteilen von Sekunden zurückgezogen und kann nicht erst verbrennen.
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Erschöpfung macht Schmerz - warum?


Es gibt Schmerzen die nicht schmerzen. Sie sind unter der Merkschwelle. Die Pain-Gate Theorie sagt u. a. genau das. Viele Schmerzimpulse werden auf ihrem Weg zum Thalamus (im Gehirn die Sammelstelle für den Schmerz) so gehemmt, dass der Geist keine Notiz davon nimmt. Das ist sinnvoll.


Denn unterschwellig und ohne Krankheitszeichen regeneriert der Körper kleinere Schäden quasi im Vorübergehen. Und das geschieht in allen Körperregionen. Immer läuft ein kleiner entzündlicher Prozess ab, zu dem der Schmerz definitionsgemäß gehört.
Stauen sich Reparaturen, dauern sie zu lange oder sind die Schäden zu groß, wird das Bewusstsein darauf aufmerksam. Es hat sich herausgestellt, dass nicht nur das Unter- sondern auch das Be-wusstsein durchaus effektiv auf Schmerzen reagiert. Haben wir Schmerzen, kümmern wir uns darum.


Frieren wir, ziehen wir uns an oder decken uns zu. Der gesunde Schlaf bietet viel zum Heilen. Zeit und Ruhe sind jedenfalls in rauer Menge vorhanden. Das Nervenkostüm läuft auf standby. Nervenzellen regenerieren sich und füllen die Lager.


Erschöpfung verzögert Heilung und kann zu Nervenfunktionsstörungen führen. Die Schmerzen werden weniger gut verarbeitet.


Es kommt vor, dass die Schmerzschwelle höher oder tiefer liegt. Wir können also die teils unbekannten Funktionen der Schmerzverarbeitung zusammennehmen - integrieren - und uns vorstellen, dass die sich ergebende Kurve die Schmerzschwelle ist. Ist sie satt und kräftig, ist sie oben und wenn sie erschöpft, matt und energielos ist, liegt sie tief. Eine tiefe Schwelle bedeutet wenig und eine hohe viel Schmerzhemmung. Sind wir gesund und ausgeruht haben wir wenig und keinen Schmerz. Sind wir erschöpft, tun selbst ganz normale und relativ gesunde Körperteile weh.


Es kann also sein, dass ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule bei einem plötzlichen Schicksalsschlag, der viel Energie und auch die Energiereserven in die Knie zwingt, von einem Moment zum anderen, ohne größer oder stärker geworden zu sein, stärkste Schmerzzustände verursacht.


Das Beispiel der plötzlichen Schocksituation ist glücklicherweise selten und jeder merkt's selbst.


Das Nervenkostüm des Frosches beeindruckt junge Oberklasseköche immer mal. Der Koch will einen Frosch kochen und wirft ihn in den Topf mit siedendem Wasser. Der Frosch registriert bereits die Nähe der Todeshitze blitzschnell und springt, kostet es was es wolle, aus dem Topf. Der routinierte Spitzenkoch setzt den Frosch in handwarmes Wasser und erhitzt dann das Wasser. Der Frosch bemerkt die allmähliche Erhitzung zu spät und ohne jede Bewegung. Nicht so drastisch aber so ähnlich wirken allmähliche schädliche Einflüsse z. B. soziale Einflüsse auf Menschen.


Schädliche Überlastung in Beruf und Privatleben schleichen sich in den allermeisten Fällen ein und werden nicht bemerkt. In der Hochleistungszeit zwischen den späten zwanziger und den frühen vierziger Lebensjahren bieten wir uns maximal an und werden auch so in der Gesellschaft „abgeschöpft". Meist geschieht das ohne bösen Willen und ist ganz normal.


Oft kommen wir an unsere Grenzen und merken es nicht mal. An der Reserveenergie steht ja nicht auf einem kleinen Zettel geschrieben: „Ich bin schon aus der Reserve". Die Nacht danach wird auch intensiver und erholsamer als andere und man kommt gar nicht auf die Idee bewusst gegen Stress und Überlastung intelligent vorzugehen. Das kann bei manchen Menschen zu Krankheiten führen. Sportler trainieren ihre Leistungskraft zusätzlich auf und können in der Regel auf riesige Reserven zurückgreifen. Manchmal bekommt der Sportler Schmerzen nach dem Sport und denkt, er müsse mehr trainieren. Beim z. B. Laufen tut's ja noch nicht weh. Noch nicht.


Erschöpfung macht Schmerz - warum?


Eine Frau die ihren Beruf und ihre Familie gerne und sehr gut seit Jahren super unter einen Hut gebracht hat, bekommt zu der schon gut bekannten Rücken- und Nackenverspannung teils stärkste Schmerzzustände des ganzen Rumpfes und der Ellenbogen und der Füße, läuft nach dem aufstehen gebückt wie eine Greisin. Sie stockt erstmal ihr Fitnessprogramm auf und lässt sich Massagen und Gymnastik vom Arzt verschreiben. Sie zweifelt zwar etwas an ihren Maßnahmen aber sie macht weiter und mehr.


Später wird der Schmerz auch nachts kommen und während die Betroffenen bisher abends todmüde in das Bett sanken und tief schliefen, treten jetzt nachts störende Schmerzen auf und die einzige Rettung, der Nachtschlaf fällt aus. Es erwächst sich eine Abseitsfalle der Medizin, es treten Schlafstörung und Erschöpfung zugleich auf. Der Schmerz bedingt das eine und ist Folge des anderen. Man spricht nicht zu unrecht von einem Teufelskreis. Der Circulus vitiosus führt unter nicht mal ungünstigen Umständen in immer häufigeren Fällen (Die Medizin befasste sich in den letzten Hundert Jahren nur Steifmütterlich mit Erschöpfungskrankheiten und neuerlich diagnostiziert man immer öfter diese Erkrankungen) zu einer brisanten Situation der Gesundheit.


Wer Schmerz nach chronischer Überlastung nicht als Ruhesignal wahrnimmt und das Signal resolut in bewusste Gegenmaßnahmen mit höchster Priorität umsetzt, wird schließlich seelisch erheblich krank. Dieses Stadium kann getrost als gefährlich und mit drohenden Dauerschäden (Angstzustände, Schizophrenie, Depression…) verbunden, bezeichnet werden.


Das schlimmste ist, man kann sich auf mindestens s e c h s Monate schwer krank (0% Leistung), zwei Jahre krank (25-50% Leistung) und dann auf Dauer nur eingeschränkte Belastbarkeit einstellen. Die Zeit der Krankheit ist nie schön, sondern wirklich von entsprechenden Krankheitserscheinungen begleitet.


Aber warum? Warum erkennen wir die Zeichen des Körpers schlecht?


In der ärztlichen Praxis gibt es einen klassischen Patienten. Es ist die 50jährige Mutter mehrerer Kinder mit erfüllendem und anspruchsvollem Beruf in Vollzeit. Die Kinder sind groß, umso größer ist jetzt das Engagement im beruflichen und außerfamiliären sozialen Sektor. Doch auch der Ehemann wir jeden Tag von der Patientin gehegt und umsorgt. Der Arzt untersucht die Patientin und stellt einen überdurchschnittlichen Trainingszustand und Muskulatur und sehr gute Körperfunktionen bei einer nur auf den dritten Blick Müdigkeit im Gesicht tragenden Frau fest, die Schmerzen am Rumpf und Schultern und Füßen sowie weiteren Regionen angibt. Die Schmerzen hat die Patientin bei Bewegung, Belastung und in Ruhe, auch nachts, der Schlaf ist hundsmiserabel.


Typischerweise läuft die Frau von Pontius zu Pilatus, um irgendwie Hilfe zu bekommen. Keiner weiß was mit ihr los ist und sie war früher sehr fit und munter und hatte nie Grenzen in der Leistungsfähigkeit und sie hasst sich etwas dafür, dass ihr irgendeine unbekannte Krankheit fesseln anlegt. Seit langem hat sie sich beim Sporttreiben eigentlich nicht wie früher mit sich selber beschäftigt sondern macht ihre Workouts absolut nur, um mehr Power aus sich rauszuquetschen. Sie kümmert sich nicht um sich und befasst sich mit allem Möglichen und eigentlich nur, um von sich abzulenken, sie will nicht alt werden und will es allen beweisen, sie guckt sich nicht gerne im Spiegel an und hasst Speck und Haut und Dellen und wüscht sich Straffheit zurück.


Diese Patientinnen sehen überdurchschnittlich gut aus und müssten und könnten zufrieden mit sich sein. Es ist eine paradoxe Situation doch die Lösung ist möglich.
Der Leiter der erfolgreichen Behandlung ist immer die Patientin selbst. Sie muss begreifen, dass niemand ihr helfen kann. Der Arzt, die Therapeuten, die Zenmeister oder die Yogakursleiter können allenfalls beraten und unterstützen. Die Patientin braucht Ruhe. Die Rastlosigkeit sollte ergründet werden. Dann aber gleich mit der Ruhe beginnen. Meist flechten die Frauen in ihren Alltag sofort strikte Ruhecluster ein und verzichten auf diverse Belastungen, alle Therapien können abgesagt werden, alle Hauhaltsarbeiten müssen von Helfern gemacht werden, schwere Konflikte müssen konsequent behoben werden.
Die Arbeit kann weitergehen aber auch da muss Übertätigkeit abgeschafft werden. Kraftzehrende Arbeit, die man eigentlich nicht gerne macht und Übermaß an Arbeit sollten schnell abgebaut werden. Die Patientin braucht allen Strom, um zunächst notdürftig und dann eine handfeste Akzeptanz entstehen zu lassen. Zufriedenheit muss wieder möglich werden.


Erst dann kann langsam wieder an halbwegs normale Umstände gedacht werden.
Diese Patientinnen brauchen oft keine oder nur wenige Schmerzmittel. Wenn sie die Situation wieder erkennt und sich damit identifiziert, kann sie schnell lernen, besser mit sich selber umzugehen. Dann kommt es zügig zur Schmerzlinderung, die Nächte werden wieder erholsam und ein Sportlerleben kann ganz langsam wieder sanft gesteigert werden. Mit viel Zeit. Die Betroffenen mögen sich immer mehr und können sich selber Unzulänglichkeiten besser verzeihen, sie öffnen sich den anderen viel besser und werden natürlich auch wieder viel mehr gemocht. Selbst die Liebe läuft wieder in gewohnten Bahnen.
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