Hüftdysplasie - patientenfax.de

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Ich habe Hüftdysplasie. Was ist das denn?


Das Hüftgelenk verbindet das Becken mit dem Bein. Es hat keine zarten Ausmaße, sondern ist außerordentlich massiv. Es hat eine Kugel und eine Pfanne. Es ist zwar nicht der Weltmeister im Bewegungsumfang (Range of Motion-ROM), kann aber unheimliche Belastungen auch auf Dauer ertragen. Das Hüftgelenk nutzt sich mit den Jahren ab. Dieser Prozess heißt Arthroseprozess, genau gesagt Coxarthrose (Coxa=Hüfte). Bislang ist die Ursache hierfür schlecht  erforscht. Über die Hälfte aller Coxarthrosen sind primiäre Arthrosen und ideopathisch, d. h. sie sind ohne erkennbare Ursache aufgetreten und ohne Grund. Eine bekannte Ursache ist die Hüftdysplasie (eine der insgesamtdoch sehr häufigen sog. sekundären Arthrosen). Unter Hüftdysplasie versteht man, dass die Hüfte dysplastisch ist (fehlgebaut). Dabei heißt -fehl- keineswegs abartig fehlgebaut. Bereits kleine Veränderungen fügen dem Gelenk mit den Jahren u. U. große Schäden zu.
Ein Baby kommt zur Welt und der Doktor sieht bei der Ultraschalluntersuchung, dass seine Hüften noch nicht ganz ausgereift sind und deshalb Gefahr laufen, wegen der wenn auch sehr zaghaften Bewegungsversuche des neuen Erdenbürgers, einen Schaden zu nehmen. Es wird ein Mieder für die Hüfte verschrieben, dass den Säugling die sog. Human position, ähnlich der im Mutterbauch, noch einige Wochen länger einnehmen lässt. Dabei reifen die Hüften nach und die Hüftdysplasie bleibt aus. Bei der Hüftdysplasie ist beispielsweise die Pfanne zu klein für den Kopf des Hüftgelenkes. Dann kommt es zu punktuell zu hohen Belastungen auf dem Pfannendach und dem Hüftkopf und der Knorpelbesatz nutzt sich frühzeitig ab. Die Dyspalsiecoxarthrose entsteht früher als normal.   

Manchmal nutzt sich eine Seite innerhalb kürzester Zeit ruckzuck ab und die Hüfte auf der anderen Seite nicht. Manchmal hat jemand mit wenig Arthrose viel Schmerz und manchmal ist es eben umgekehrt. Mancher saß sein Leben lang als Büroarbeiter am Schreibtisch und hat schwerste Abnutzung der Hüftgelenke zu beklagen und manch anderer ist schwer übergewichtig, schuftete sich Tag ein Tag aus mit schwersten Materialien auf den Baugerüsten der Welt herum und hat gar keine über den altersentsprechenden Befund hinausreichenden Hüftschäden.
Auch täuscht die Hüfte uns lange. Man sagt, sie kompensiert ihren eigenen Schaden sehr lange.
Wie? Mit einer krankheitsbedingten Bewegungseinschränkung bewegt sie sich lange streng außerhalb der schmerzhaften Hüftbewegung. Das bedeutet aber eine allmähliche Einsteifung zunächst einiger Grade und später grober Teile der Gelenkbewegung. Der Mensch scheint zunehmend seinen Po nach hinten zu recken. Er sitzt nicht mehr gerne in einem tiefen weichen Sofa, zieht das barhockergleiche Sitzen vor. Er zieht das Knie nicht mehr gerne zur Brust und kann nicht mehr so gut die Schleifen an den Schuhen erreichen. Aber weh tut's erstmal wenig. Dann schleichen sich beim Hüftarthrotiker typischerweise Knieschmerzen mit etwas unfassbarem Charakter ein. Das Hüftgelenk tut zunächst also nicht selber weh, sondern der Schmerz strahlt ins Knie. Das Knie tut sehr unbestimmt und diffus und an mehreren Stellen weh, ohne dass man dort einen wahren Druckschmerz auslösen oder nachvollziehen könnte.
Hüftdysplasie ist nicht erblich. Dennoch gibt es familiäre Häufungen. Daher können z. B. Muttis, bei denen Diese vorliegt, bei der Geburt und kurz danach für ihre Kinder von den in den letzten Jahrzehnten immer weiter verbesserten Diagnoseverfahren insbesondere dem Säuglingsultraschall profitieren. Die frühe Erkennung und strikte Einteilung der Hüftreife des Babys nach Professor Graf (Österreich) ermöglicht mit der korrekten Behandlungsmethode (u. U. mit dem sog. Fettweiß-Gips) die normale Entwicklung der Hüften.


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