Schmerz und Erschöpfung - patientenfax.de

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Rückenschmerz und Erschöpfung


Bandscheibenvorfälle sind häufig. Der starke Rückenschmerz kommt dagegen viel seltener vor. Die meisten Bandscheibenvorfälle verlaufen stumm.
Wenn man aber Schmerzen bekommt…. Die Erkrankung trägt viele Namen.
Als Ursache kommen die ganz normalen Abnutzungsvorgänge in frage.
Eine Bandscheibe wird „undicht". Ihr zahnpastaartiger Kern läuft aus.
Er drückt gegen hochsensible Hirnhäute und Nerven. Diese schwellen reaktiv.
Das Gewebe wird prall. Die Muskeln verspannen in einem Würgegriff. Man kann keine Bewegung mehr ohne stärkste Schmerzen machen.


Nicht jeder hatte schon mal einen Bandscheibenvorfall. Viele Menschen litten bereits an einem Hexenschuss. Im Volksmund wird der Schmerz, der aus dem Kreuz über das Gesäß in das Bein von hinten einschießt, auch Ischiasschmerz genannt.


Was ist eigentlich der Ischias? Es handelt sich um einen gut daumenbreiten Nerv jedes Menschen. Jeder von uns hat ihn zweimal, einen rechts und einen links. Der Nerv leitet Impulse aus dem Gehirn in die Beine.
Aus der unteren Wirbelsäule treten zwischen jedem Wirbelkörper paarweise kleine Nerven aus und verflechten sich dann in einem Nervengeflecht (Lumbosakraler Plexus) u. a. zu den beiden Ischiasnerven.
Der Ischiasnerv läuft unter dem Gesäßmuskel entlang, passiert hinten das Hüftgelenk und läuft in den hinteren Oberschenkel. Dort spaltet er sich in kleinere Nerven auf. Der Nerv ist für die Hautempfindung und die Muskeltätigkeit des Beines extrem wichtig.


Rückenschmerz


Rückenschmerzen können schleichend beginnen, aber auch ganz plötzlich bei nur sehr milder Belastung hochakut einsetzen. Das Nervenkostüm, besonders bei sehr sensiblen Menschen, kann im Zustand der Gesundheit selber Maßnahmen zur Hemmung zur Schmerzempfindungen einleiten. Bei chronischen Schmerzen und nach langer Krankheitsdauer ist das Regelsystem der Nerven und des gesamten Nervenkostüms oft selbst sehr schwer geschädigt.


Der Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen  und allgemeiner nervlicher Verfassung des Patienten ist sehr wichtig. Psychische  Belastungen und negative seelische Umstände können zu Verstärkung von Rückenschmerzen führen.
Bei neu aufgetretenen Rückenschmerzen sollte zunächst der Orthopäde zur genauen Abklärung der Ursache und zum Ausschluss von akuten Notfällen aufgesucht werden.


Holen Sie sich eine zweite Meinung. Die Zweitmeinung ist gefragt.
Die Zweitmeinung eines zusätzlichen Facharztes (Orthopädie oder Neurochirurgie) einzuholen, ist keine Schande. Kein Arzt wird es seinem Patienten übel nehmen, wenn er sich in schwierigen Situationen eine so genannte Zweitmeinung einholt. Der Patient geht zu einem anderen Arzt und legt alle seine Unterlagen und Befunde vor und lässt sich ein zweites Mal untersuchen. Dann gibt der Zweitarzt seine Empfehlung ab.
Oft ist der Patient schlauer als zuvor und man einigt sich zusammen mit dem Erstarzt auf ein weiteres Therapiekonzept.


Da die Ursache für Bandscheibenschäden zu einem großen Teil Bewegungsarmut ist, sollte bei der Diagnose Bandscheibenvorfall so schnell wie möglich die Beweglichkeit des Menschen wiederhergestellt werden. Die aktive Übungsbehandlung führt bei den meisten Betroffenen nach sicherlich ausreichender Therapiedauer (einige Monate oder mehr sind nicht selten erforderlich) zur Schmerzfreiheit bei voller Belastbarkeit und Beweglichkeit.


Ebenso ist es für den gesunden Menschen wichtig, ein Mindestmaß an Bewegung in jedem Tagesablauf bereitzuhalten. Menschen sitzen viel und müssen oft beharrlich an einem Schreibtisch und am Computer sitzen. Rückenschmerzen sind oft nicht gefährlich. Rückenschmerzen sind aber ein Warnsignal des Körpers.


Das Nervenkostüm des Frosches beeindruckt junge Oberklasseköche immer mal. Der Koch will einen Frosch kochen und wirft ihn in den Topf mit siedendem Wasser. Der Frosch registriert bereits die Nähe der Todeshitze blitzschnell und springt, kostet es was es wolle, aus dem Topf. Der routinierte Spitzenkoch setzt den Frosch in handwarmes Wasser und erhitzt dann das Wasser. Der Frosch bemerkt die allmähliche Erhitzung zu spät und ohne jede Bewegung. Nicht so drastisch aber so ähnlich wirken allmähliche schädliche Einflüsse z. B. soziale Einflüsse auf Menschen.
Schädliche Überlastung in Beruf und Privatleben schleichen sich in den allermeisten Fällen ein und werden nicht bemerkt. In der Hochleistungszeit zwischen den späten zwanziger und den frühen vierziger Lebensjahren bieten wir uns maximal an und werden auch so in der Gesellschaft „abgeschöpft". Meist geschieht das ohne bösen Willen und ist ganz normal.


Oft kommen wir an unsere Grenzen und merken es nicht mal. An der Reserveenergie steht ja nicht auf einem kleinen Zettel geschrieben: „Ich bin schon aus der Reserve". Die Nacht danach wird auch intensiver und erholsamer als andere und man kommt gar nicht auf die Idee bewusst gegen Stress und Überlastung intelligent vorzugehen. Das kann bei manchen Menschen zu Krankheiten führen. Sportler trainieren ihre Leistungskraft zusätzlich auf und können in der Regel auf riesige Reserven zurückgreifen. Manchmal bekommt der Sportler Schmerzen nach dem Sport und denkt, er müsse mehr trainieren. Beim z. B. Laufen tut's ja noch nicht weh. Noch nicht.


Eine Frau die ihren Beruf und ihre Familie gerne und sehr gut seit Jahren super unter einen Hut gebracht hat, bekommt zu der schon gut bekannten Rücken- und Nackenverspannung teils stärkste Schmerzzustände des ganzen Rumpfes und der Ellenbogen und der Füße, läuft nach dem aufstehen gebückt wie eine Greisin. Sie stockt erstmal ihr Fitnessprogramm auf und lässt sich Massagen und Gymnastik vom Arzt verschreiben. Sie zweifelt zwar etwas an ihren Maßnahmen aber sie macht weiter und mehr.


Später wird der Schmerz auch nachts kommen und während die Betroffenen bisher abends todmüde in das Bett sanken und tief schliefen, treten jetzt nachts störende Schmerzen auf und die einzige Rettung, der Nachtschlaf fällt aus. Es erwächst sich eine Abseitsfalle der Medizin, es treten Schlafstörung und Erschöpfung zugleich auf.


Der Schmerz bedingt das eine und ist Folge des anderen. Man spricht nicht zu unrecht von einem Teufelskreis. Der Circulus vitiosus führt unter nicht mal ungünstigen Umständen in immer häufigeren Fällen (Die Medizin befasste sich in den letzten Hundert Jahren nur Steifmütterlich mit Erschöpfungskrankheiten und neuerlich diagnostiziert man immer öfter diese Erkrankungen) zu einer brisanten Situation der Gesundheit.


Wer Schmerz nach chronischer Überlastung nicht als Ruhesignal wahrnimmt und das Signal resolut in bewusste Gegenmaßnahmen mit höchster Priorität umsetzt, wird schließlich seelisch erheblich krank. Dieses Stadium kann getrost als gefährlich und mit drohenden Dauerschäden (Angstzustände, Schizophrenie, Depression…) verbunden, bezeichnet werden.


Das schlimmste ist, man kann sich auf mindestens s e c h s Monate schwer krank (0% Leistung), zwei Jahre krank (25-50% Leistung) und dann auf Dauer nur eingeschränkte Belastbarkeit einstellen. Die Zeit der Krankheit ist nie schön, sondern wirklich von entsprechenden Krankheitserscheinungen begleitet.


Aber warum?
In der ärztlichen Praxis gibt es einen klassischen Patienten. Es ist die 50jährige Mutter mehrerer Kinder mit erfüllendem und anspruchsvollem Beruf in Vollzeit. Die Kinder sind groß, umso größer ist jetzt das Engagement im beruflichen und außerfamiliären sozialen Sektor. Doch auch der Ehemann wir jeden Tag von der Patientin gehegt und umsorgt.


Der Arzt untersucht die Patientin und stellt einen überdurchschnittlichen Trainingszustand und Muskulatur und sehr gute Körperfunktionen bei einer nur auf den dritten Blick Müdigkeit im Gesicht tragenden Frau fest, die Schmerzen am Rumpf und Schultern und Füßen sowie weiteren Regionen angibt. Die Schmerzen hat die Patientin bei Bewegung, Belastung und in Ruhe, auch nachts, der Schlaf ist hundsmiserabel.


Typischerweise läuft die Frau von Pontius zu Pilatus, um irgendwie Hilfe zu bekommen. Keiner weiß was mit ihr los ist und sie war früher sehr fit und munter und hatte nie Grenzen in der Leistungsfähigkeit und sie hasst sich etwas dafür, dass ihr irgendeine unbekannte Krankheit fesseln anlegt. Seit langem hat sie sich beim Sporttreiben eigentlich nicht wie früher mit sich selber beschäftigt sondern macht ihre Workouts absolut nur, um mehr Power aus sich rauszuquetschen.


Sie kümmert sich nicht um sich und befasst sich mit allem Möglichen und eigentlich nur, um von sich abzulenken, sie will nicht alt werden und will es allen beweisen, sie guckt sich nicht gerne im Spiegel an und hasst Speck und Haut und Dellen und wüscht sich Straffheit zurück.
Diese Patientinnen sehen überdurchschnittlich gut aus und müssten und könnten zufrieden mit sich sein. Es ist eine paradoxe Situation doch die Lösung ist möglich.
Der Leiter der erfolgreichen Behandlung ist immer die Patientin selbst.


Sie muss begreifen, dass niemand ihr helfen kann. Der Arzt, die Therapeuten, die Zenmeister oder die Yogakursleiter können allenfalls beraten und unterstützen. Die Patientin braucht Ruhe. Die Rastlosigkeit sollte ergründet werden. Dann aber gleich mit der Ruhe beginnen. Meist flechten die Frauen in ihren Alltag sofort strikte Ruhecluster ein und verzichten auf diverse Belastungen, alle Therapien können abgesagt werden, alle Hauhaltsarbeiten müssen von Helfern gemacht werden, schwere Konflikte müssen konsequent behoben werden.


Die Arbeit kann weitergehen aber auch da muss Übertätigkeit abgeschafft werden. Kraftzehrende Arbeit, die man eigentlich nicht gerne macht und Übermaß an Arbeit sollten schnell abgebaut werden. Die Patientin braucht allen Strom, um zunächst notdürftig und dann eine handfeste Akzeptanz entstehen zu lassen. Zufriedenheit muss wieder möglich werden.


Erst dann kann langsam wieder an halbwegs normale Umstände gedacht werden.
Diese Patientinnen brauchen oft keine oder nur wenige Schmerzmittel. Wenn sie die Situation wieder erkennt und sich damit identifiziert, kann sie schnell lernen, besser mit sich selber umzugehen.


Dann kommt es zügig zur Schmerzlinderung, die Nächte werden wieder erholsam und ein Sportlerleben kann ganz langsam wieder sanft gesteigert werden. Mit viel Zeit. Die Betroffenen mögen sich immer mehr und können sich selber Unzulänglichkeiten besser verzeihen, sie öffnen sich den anderen viel besser und werden natürlich auch wieder viel mehr gemocht. Selbst die Liebe läuft wieder in gewohnten Bahnen.
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